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Wenn Sekunden entscheiden

Verkehrssicherheit zum Anfassen an der HLR

An der Helene-Lohmann-Realschule wurde es nach lautem Reifenquietschen plötzlich ganz still auf dem Schulhof.

Nicht, weil etwas passiert wäre, sondern weil die Schüler der Klasse 5b bei der Verkehrssicherheitsaktion „Achtung Auto!“ des ADAC ziemlich eindrucksvoll gelernt haben, wie gefährlich Geschwindigkeit im Straßenverkehr werden kann.

Menschen brauchen manchmal praktische Vorführungen, um Physik ernst zu nehmen. Kreidetafeln allein reichen oft nicht.

Für die Aktion wurde ein Teil des Schulhofs abgesperrt und in eine kleine Verkehrslernstrecke verwandelt. Gemeinsam maßen die Kinder Entfernungen aus, schätzten Bremswege ein und beobachteten anschließend gespannt, wie ein Auto bei verschiedenen Geschwindigkeiten und Distanzen Gefahrenbremsungen durchführte. Geleitet wurde das Programm von Tim Schemionek aus dem ADAC-Verkehrssicherheitsteam, der den Schülern anschaulich erklärte, wie sich Reaktionsweg und Bremsweg zusammensetzen und warum schon wenige Stundenkilometer mehr einen enormen Unterschied machen können.

Besonders eindrucksvoll war für viele Kinder die Erkenntnis, wie stark sich der Bremsweg verlängert, wenn ein Fahrzeug schneller unterwegs ist. Was zunächst nach wenigen zusätzlichen Metern klingt, kann im Ernstfall über einen sicheren Halt oder einen schweren Unfall entscheiden. Die Schüler durften die Strecken anschließend selbst nachmessen und konnten so unmittelbar erleben, wie schwierig es ist, Geschwindigkeit richtig einzuschätzen.

Die Aktion ist Teil des Programms „Achtung Auto 2.0“, mit dem der ADAC seit vielen Jahren Kinder der fünften und sechsten Klassen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sensibilisiert. Neben klassischen Themen wie Reaktionszeit, Anhalteweg und Verhalten im Straßenverkehr geht es inzwischen auch stärker um nachhaltige und gesundheitsbewusste Mobilität.

Thema hat hohen Stellenwert

Dass dieses Thema an der Helene-Lohmann-Realschule einen hohen Stellenwert hat, zeigt sich nicht nur bei solchen Aktionstagen. Mobilitätsbeauftragter und Lehrer Georg Pelzer berichtete stolz von der Fahrrad-AG der Schule, die vor rund einem Jahr gegründet wurde. Dort lernen die Kinder unter anderem, kleinere Reparaturen selbstständig durchzuführen, etwa einen Reifen zu flicken oder das Fahrrad verkehrssicher zu machen. Ziel sei es, die Schüler unabhängiger vom sogenannten „Eltern-Taxi“ zu machen und gleichzeitig Umweltbewusstsein zu fördern.

Die Kombination aus praktischer Verkehrserziehung und nachhaltiger Mobilitätsbildung kommt bei den Kindern gut an. Schließlich lernt es sich deutlich leichter, wenn man selbst erleben kann, wie schnell aus einer harmlosen Situation Gefahr werden kann. Und manchmal bleibt quietschender Reifenlärm eben länger im Kopf als jede Unterrichtsstunde.

Text und Foto: Kira Kosthorst

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