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Die Bommeraner Sparkasse

Hannelore Lukoschik, wohnhaft an der Dr.-Kolbe-Straße, weiß zu berichten: „Mein Urgroßvater Louis Naderhoff war der erste Leiter der 1897 gegründeten Sparkasse der Gemeinde. Er wickelte seine Amtsgeschäfte in seinem privaten Wohnhaus Am Tiemen 20 ab.“

Die Gemeindevertretung Bommern hatte sich erfolgreich um die entsprechende Genehmigung zur Gründung einer Ortssparkasse bemüht. Den ersten Vorstand bildeten bekannte Persönlichkeiten: Bergwerksdirektor Münstermann vom Kotten Münstermann, heute Alte Straße 25, der Gastwirt Gustav Kessler, heute Wacholderstraße 12, und der Landwirt Wilhelm Golte, heute Bodenborn 50/52.

Es ist verständlich, dass ein Wohnzimmer nicht der geeignete Ort für ein Geldinstitut sein konnte. Also fand etwa um 1900 ein Umzug statt – es sollte nicht der letzte sein – und zwar in das heutige Gebäude Bodenborn 58, das gleichzeitig auch die erste Gemeindevertretung Bommerns beherbergte. Es gehörte Friedrich Rüping und fällt heute noch durch den kleinen „Rednerbalkon“ über dem Haupteingang auf.

Steigerhaus der Zeche „Bommerbank“ wurde neuer Sitz des Geldinstituts

Als die Gemeindevertretung 1909 wieder den Standort wechselte, zog auch die Sparkasse nach. Neue heutige Adresse: Bodenborn 48. Das ehemalige Steigerhaus der Zeche „Bommerbank“ wurde neuer Sitz des Geldinstituts und blieb es bis 1929, dem Jahr, als Bommern ein Stadtteil von Witten wurde. Dieses geschichtsträchtige Haus wurde in den 1980er Jahren abgerissen, und an seiner Stelle entstand das Evangelische Gemeindehaus.

Wieder war ein Umzug fällig. Bodenborn 65 war die neue Location. Jetzt wurde die kleine Bank Zweigstelle der Stadtsparkasse Witten. Das Gebäude war zeitweise auch Sitz der Bommeraner Konsum-Filiale und wurde nach dem Abriss durch einen Flachbau ersetzt: Drogeriemarkt Drowa, später Schlecker. Heute ist der Standort von dem Gebäudekomplex Bommeraner Mitte überbaut.

Von 1934 bis 1961, also für einen etwas längeren Zeitraum, befand sich die Bommeraner Zweigstelle an der heutigen Adresse Elberfelder Straße 2. Man teilte sich das Parterre mit der Kneipe „Dorfkrug“ des Wirtes Johann Freund. Auch dieses Haus existiert nicht mehr.

Fritz Neveling war hier Leiter des Geldinstituts. Er war auch noch mit Eifer an der Planung des gegenwärtigen Sparkassengebäudes, Bodenborn 45, beteiligt, erlebte noch die Grundsteinlegung, verstarb aber leider etwa ein Jahr vor der Eröffnung 1961.

Text: Dieter Schidt

Quellen: Informationen aus den Familien Lukoschik und Neveling; Bommern – Geschichte und Geschichten, 1897 – 1997, Hrsg. Stadtsparkasse Witten
Fotos: Fundus der Familien Lukoschik und Neveling, Sammlung H-U Hake und Dieter Schidt

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