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Die Post in Bommern

Unser Ortsteil Bommern darf sich glücklich schätzen, noch eine Post-Filiale zu haben. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich. Dabei begann die Postgeschichte von Bommern auf einem sehr hohen Niveau.

Kaiserliches Postamt

Am 1. Mai 1876 wurde eine erste Postagentur in Bommern eröffnet, die bald zum „Postamt III. Klasse“ heraufgestuft wurde. Der erste bekannte Standort war das heutige Wohngebäude Auf dem Brenschen 7.

Ab 1884 ist ein „Kaiserliches Postamt Bommern“ dokumentiert. Es handelte sich um ein stattliches Backsteingebäude mit dem offiziellen Schriftzug an der Fassade. Standort war der heutige Winkel zwischen Sundernstraße und Bodenborn. Die aktuelle Adresse wäre heute Bodenborn 16. In einem leichten Winkel zum gegenwärtigen Haus Bodenborn 16 stand es etwas schräg auf der heutigen Straße Richtung Pizzeria.

Der ursprüngliche Zugang von Witten nach Bommern führte über die Ruhrmannstraße, überquerte die Uferstraße und die Eisenbahnlinie und zog sich dann an der heutigen Post-Filiale vorbei hoch zum Bodenborn. Mit der neuen Straßenführung ab der Ruhrbrücke ging es direkt hinauf zum Bodenborn. Dabei stand genau dieses Postamt im Weg und wurde 1915 abgerissen.

Zwei Zwischenstationen

Die Nachfolgegebäude waren weniger spektakulär: zunächst das damalige „Lagemannsche Haus“, heute Bodenborn 20 (Blumengeschäft). Der Name geht auf den langjährigen Vorsteher des Postamtes zurück: Friedrich Lagemann, Postinspektor, wird im Adressbuch 1928/29 auch als Mitglied der Gemeindevertretung genannt.

Schräg gegenüber befindet sich heute noch Bommerns letzte Kneipe „Haus Schulze“. In diesem Haus, am Platz der heutigen Änderungsschneiderei, war die Post anschließend beheimatet. Heinz Stegmann, der verstorbene Kenner der Bommeraner Geschichte, erzählte oft, wie unangenehm es war, wenn er als Kind durch den muffig-feuchten, schweren Lodenvorhang in der Eingangstür gehen musste.

Die Post am Brenschen

Dieser Standort ist gewiss vielen Leuten in Bommen noch in Erinnerung. In den 1950er-Jahren ergab sich für die Post ein Neubau im Hause Auf dem Brenschen 17 (heute Physiotherapie). Das Gebäude wurde von der Familie des Bauunternehmers Wilhelm Cattes errichtet und bot endlich bessere räumliche Verhältnisse. Bei der Eröffnung im Dezember 1954 sprach man von einem „weihnachtlichen Geschenk“. Aus Gründen der Rationalisierung schloss die Post an dieser Stelle im Jahre 2000.

Der letzte noch aktuelle Standort ist die heutige Postagentur Auf dem Brenschen 2, ursprünglich das Café Adolphs.

Postomnibusverkehr 1923

Das gesamte Ruhrgebiet und auch Bommern wurden 1923 im Rahmen der Ruhrbesetzung von französischen Truppen okkupiert, und die Ruhrtalbahn wurde von französischen Eisenbahnern betrieben. Da die Deutschen aus patriotischem Protest nicht mit diesem Zug fahren wollten, wurde eine „Postomnibuslinie“ von Bommern nach Hagen – ins unbesetzte Gebiet – eingerichtet. Das Foto zeigt den Bus mit Anhänger am letzten Tag seines Dienstes – wahrscheinlich 1925 nach dem Abzug der Franzosen. Vermutlich ist es am unteren Bodenborn entstanden: vor dem heutigen Geschäft für Bauelemente und der bereits erwähnten damaligen Postfiliale Bodenborn 20 (rechts).

Quelle: Franz Fietze, Die Post in Witten

Fotos: Kaiserliches Postamt aus dem Fundus H.-U. Hake, Postomnibus aus dem Fundus Lagemann, übrige Fotos: Dieter Schidt

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