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Krieger-Ehrenmale in Bommern

Krieger-Ehrenmale wurden zur Zeit ihrer Entstehung unter anderem häufig als Orte der Heldenverehrung eingestuft. Heute sehen wir sie als Gedenkstätten oder Mahnmale für die Opfer von Krieg und Gewalt. 

Es gibt in Bommern mehrere bekannte Mahnmale dieser Art: an der Ecke Elberfelder Straße und Wengernstraße, am „Löwen“ (Wacholderstraße), auf dem evangelischen Friedhof und in Bommerholz.

Die Geschichte eines weiteren Mahnmals soll hier kurz skizziert werden. Es steht versteckt in einem kleinen Waldstück, war aber ursprünglich ein Element des Vereinslebens vom TuS Bommern.

Der Sportplatz auf der Bommerbank

Nach der Gründung des TuS Bommern im Jahre 1879 hatte der Verein mehrere unterschiedlich erfolgreiche Versuche gemacht, einen Turn- und Sportplatz zu bekommen. Über die Stationen eines Übungsgeländes „auf der alten Heide am Wasserturm“ und des „Gemeinde­Sportplatzes“ an der Wengernstraße gelangte der Verein um 1927 zu dem Vorhaben, auf dem ehemaligen Haldengelände der Zeche Bommerbank eine neue Sportstätte einzurichten, die heute als Tennisplatz fungiert.

Das Gelände bedurfte weitreichender Vorbereitungen, denn es bestand aus mehreren Halden, Löchern und Sümpfen, die bis zu zehn Meter tief waren. Die „Muskelhypotheken“ der Vereinsmitglieder und der vom Landesarbeitsamt genehmigte „freiwillige Arbeitsdienst“ sorgten dafür, dass aus diesem unwegsamen Ort eine großzügige Sportanlage entstand.

Das Ehrenmal

Bereits in der frühen Planungsphase war vorgesehen, ein „Ehrenmal für die Vereinsgefallenen“ des 1. Weltkriegs zu integrieren. Als Standort wurde eine Aschenhalde oberhalb des Platzes Richtung Stahlhammer ausgewählt, wo man einen unbehauenen Felsblock aus Sandstein aufstellte und mit einer Halbkreis-Pflanzung von Thujen einrahmte. Die Einweihung fand 1932 statt. Stolz blickte man auf dieses Denkmal.

Die im Sockel eingemauerte Urkunde enthielt unter anderem folgende Passage: „In Deutschlands schwerster Zeit im Notjahr 1932, als annähernd ein Drittel aller Hand- und Kopfarbeiter erwerbslos war wurde dieses Ehrenmal errichtet.“ Es trug folgende Inschriften: Das „Frisch-Fromm-Fröhlich-Frei“-Logo der Turnerbewegung, „1914-1918“, „Unseren Gefallenen“ und „Turnverein Bommern-Ruhr, 1879“ und wurde bei Feierlichkeiten und Siegerehrungen als Kulisse genutzt.

Die Umgestaltung

Bereits auf Fotos von 1932 erkennt man, dass an dem rohen Sandstein von Anfang an links oben eine Ecke ausgebrochen war. Wind und Wetter setzten dem Stein in der Folgezeit entsprechend zu, so dass man dem Block mit behauenen Bruchsteinen ringsum einen Rahmen gab. Gleichzeitig wurde der Gedenkzeitraum auf den 2. Weltkrieg erweitert: „1939-1945“.

Die ursprünglich raue Oberfläche des Steins wurde offensichtlich mit einer anderen Materialschicht geglättet. Der genaue Zeitpunkt dieser Umgestaltung ist unklar, aber die neue Inschrift deutet auf irgendwann nach 1945 hin. Im unteren Teil war der ursprüngliche Vereinsname verschwunden, vermutlich weil sich der TuS 1946 seinen heutigen Namen gab. 

Heutiger Zustand

Der Standort, heute ohne soziale Kontrolle, versteckt und schwer zugänglich, hat dazu geführt, dass der Rahmen im oberen Teil zerstört und die Schrifttafel mit zahllosen farbigen Schmierereien bedeckt ist. Die eingemeißelte Schrift lässt sich nur noch ertasten. Müll ringsherum deutet auf einen nächtlichen Party-Ort hin.

Quellen: Festschriften zu verschiedenen Vereinsjubiläen des Vereins.
Fotos: TuS Bommern aus der Sammlung Hans Ulrich Hake, aktuelles Foto: Dieter Schidt.

Bericht von Dieter Schidt

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