27.000 Euro für muskelkranke Kinder
Kemnader Burglauf: Teilnehmerrekord mit fast 900 Läufern
Der Benefizlauf rund um den Kemnader See sowie das Rahmenprogramm begeisterten die Beteiligten von jung bis alt. Reporter Martin Lindner war vor Ort – und lief auch selber mit.
Das größte Geschenk zum 20. Geburtstag des Kemnader Burglaufs zugunsten muskelkranker Kinder machten die Läufer selbst: Knapp 900 Starter beim Halbmarathon, 10-Kilometer-Lauf, 4-Kilometer-Lauf sowie dem 10-Kilometer-Walken sorgten für eine historische Bestmarke bei dem Benefizlauf, der unter der Schirmherrschaft des Oberbürgermeisters von Bochum sowie der Bürgermeister von Hattingen und Witten stand. Zusammengekommen ist die herausragende Spendensumme von rund 27.000 Euro.
Silvia Hornkamp, Geschäftsführerin des Vereins Duchenne Deutschland (hat den Burglauf organisiert), ist sprachlos angesichts des „Ansturms“, der die Burgmauern des altehrwürdigen Hauses Kemnade zum Beben brachte. „Die Teilnehmer laufen für Menschen, die es selber nicht mehr können und leisten damit einen wichtigen Beitrag für ein besseres Leben für sie“, so Silvia Hornkamp. Zudem zeigen sie mit ihrem Engagement Sichtbarkeit für die unheilbare Krankheit Duchenne-Muskeldystrophie, die noch weitgehend unbekannt ist.
Rollstuhlsportkurse und Selbsthilfeangebote
Mit den eingenommenen Geldern finanziert der Verein Erkrankten unter anderem Rollstuhlsportkurse und Selbsthilfeangebote, kümmert sich um die Aufklärungsarbeit. Ebenfalls werden Therapien und die Forschung gefördert, um die Lebensqualität der an Duchenne erkrankten Kinder und jungen Menschen zu verbessern.
Lars Dyringer (29), dessen Erkrankung schon weiter fortgeschritten ist und der Hilfe beim Atmen braucht, ist glücklich über diese Unterstützung. „Auf dem Burglauf kann ich mich auch mit anderen Menschen austauschen, das bedeutet mir viel“, sagt er.
Neben den Läufen wurde im Burghof ein Rahmenprogramm angeboten: mit Tombola, Live-Band, Kuchenverkauf, Imbissstand, Hüpfburg, Bogenschießen, Klötzchenbauen, Fotobox und mehr.
Valerie Wiethoff (67) und Elke Hölper (66) sind aus Dortmund gekommen, um zwei Neffen einer Freundin zu unterstützen, die mit Duchenne-Muskeldystrophie leben. „Wir kannten die Krankheit vorher gar nicht“, sagen sie. Seit einigen Jahren steht der Termin bei ihnen fest im Kalender. „Es macht große Freude, hier zu sein und sich für den guten Zweck zu engagieren“, so die beiden.
Halbmarathon-Siege für den guten Zweck
Das denkt auch Daniel Alexander Bizjak (37), der extra für den Benefizlauf aus Ulm angereist ist und der in diesem Jahr den anspruchsvollsten Lauf, den Halbmarathon, gewonnen hat (seine Zeit: knapp 80 Minuten). Die beste Halbmarathon-Läuferin bei den Frauen war Johanna Watermann (33) aus Bochum; sie konnte sich über die fantastische Zeit von 90 Minuten freuen. „Der Sieg fühlt sich noch schöner an, weil man weiß, wofür man läuft“, sagt sie lächelnd.
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